Christian Schmid ist ein Schweizer Mundartspezialist, Autor, Publizist und Performer. Seine wichtigsten Publikationen sind "Botzheiterefaane", "Blas mer i d Schue", "Näbenusse" und "Da hast du den Salat".

Trost 3

Fast jeden Morgen nach dem Frühstück freue ich mich auf meine Gitarren. Wenn ich den Abwasch gemacht habe, setze ich mich für eine Stunde oder mehr hin und übe. Für mich ist das wie ein Heilmittel, das den ganzen Tag wirkt. Ich bin ein Laie, habe vor kanpp fünfzig Jahren klassischen Gitarrenunterricht genommen, dann im Trubel der Ausbildungs- und Arbeitszeit die Gitarre beiseitegelegt. Nach der Pensionierung vor acht Jahren habe ich mir wieder zwei Gitarren gekauft, bei meinem Freund Christoph Greuter Unterricht genommen, und siehe da: meine Finger erinnerten sich noch und ich machte rasch Fortschritte. Seither gehört das Gitarrespielen zu meinem Tag. Um die Finger geschmeidig zu bekommen übe ich zuerst drei einfache Renaissancetänze, den Walzer von Aguado und Aria, Sarabande und Capriccio von Johann Anton Logy. Dann mache ich mich entweder hinter Carulli, um nach dem Rondo Op. 241 ein zweites Rondo bewältigen zu lernen. Oder ich übe ein neues Renaissancestück ein. Ein neues Stück bewältigen zu lernen ist wie ein Spaziergang in eine wunderbare Welt, die sich Stück für Stück öffnet. Es ist nie zu spät für ein Instrument!